Als Ataxie wird eine Störung der Bewegungskoordination bezeichnet, die sich meist in überschießenden Bewegungen äußert. Dabei ist die Haltungsmotorik sowie die Zielmotorik betroffen. Die Ursache können unter anderem eine Schädigung im Kleinhirn (z.B. aufgrund eines Schlaganfalls, Schädel-Hirn-Traumatas oder andere Verletzungen des Kleinhirns ) oder einer Störung der Tiefensensibilität (das ist der Bereich unseres Fühlens, der Gelenk- Positionierung / Bewegung, Druckempfinden und Vibrationen wahrnimmt) sein. Aber warum führt jetzt eine Schädigung des Kleinhirns oder der Tiefensensibilität zu unkontrollierbaren überschießenden Bewegungen?
Das Kleinhirn ist für die Koordination unserer Bewegungen zuständig. Wenn dieses verletzt wird oder "ausfällt" ist die Steuerung der "gegeneinander" arbeitenden Muskelgruppen nicht mehr zuverlässig möglich, daher kommt es zu unkontrolliert wackelnden und überschießenden Bewegungen. -Bei einer Störung der Tiefensensibilität bekommt das Gehirn keine Rückmeldung mehr über die Bewegung und den Muskeltonus (Muskelspannung / Druck), und kann dadurch Bewegungen nicht präzise ausführen. Eine Ataxie kann dabei den gesamten Körper oder nur einzelne Körperbereiche betreffen, z.B. nur die oberen Extremitäten oder nur den Rumpf oder die Zunge.
Wo keine Bewegung stattfindet kann, kann folglich auch keine "fehlgeleitete Bewegung" zu sehen sein. Das "Wackeln" einer Ataxie ist also nur in Bewegungen zu sehen. Anders als z.B. beim Ruhetremor (Tremor = Zittern) der dauerhaft vorhanden ist.
Eine Ataxie kann präzises Greifen und Hantieren unmöglich machen, z.B. stoßen Betroffene die Flasche nach der sie Greifen wollen um, da sie die Bewegung nicht rechtzeitig Stoppen konnten. Auch das Schreiben kann "verwackelt" bis vollständig unmöglich sein, je nach Stärke der Ataxie.